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Zweiwellenlängen-Messung (Two Wavelength Measurement)

Die Zweiwellenlängenmessung, auch bekannt als Verhältnispyrometrie oder Zwei-Farben-Messung, ist ein fortschrittliches berührungsloses Temperaturmessverfahren, bei dem nicht die absolute Strahlungsintensität, sondern das Verhältnis der Strahlungsintensitäten bei zwei unterschiedlichen Wellenlängen bestimmt wird. Dieses Verfahren ermöglicht präzise Temperaturmessungen selbst unter Bedingungen mit variierender Emissivität oder teilweiser Abschattung des Messobjekts. Die Technologie nutzt die Tatsache, dass die Emissivität eines Materials bei unterschiedlichen Wellenlängen variiert. Durch die Berechnung des Verhältnisses der gemessenen Intensitäten wird eine temperaturunabhängige Größe bestimmt, die eine genaue Temperaturbestimmung ermöglicht. Dies gilt jedoch nur, wenn der Einfluss des Prozesses oder der Umgebung auf die Emissivitäten beider Wellenlängensignale gleich ist.

Um dies für viele Anwendungen zu realisieren, werden in der Regel zwei Detektoren mit nahe beieinanderliegenden oder sich teilweise überlappenden Spektralbereichen verwendet. Dennoch sind die beiden Emissivitäten häufig nur ähnlich, nicht identisch. Daher ist es gängige Praxis geworden, das Verhältnis beider Emissivitäten – die sogenannte Steigung (Slope) – anzupassen. Diese bleibt meist annähernd konstant, auch wenn die einzelnen Emissionsgrade voneinander abweichen.

Die Zweiwellenlängenmessung ist insbesondere in industriellen Anwendungen mit hohen Temperaturen und schwierigen Messbedingungen von Vorteil. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen die weitgehende Unabhängigkeit von der Emissivität, die auch bei unbekanntem oder variablem Emissionsgrad des Materials präzise Messungen ermöglicht, sowie ihre Robustheit gegenüber Verschmutzungen oder teilweiser Abschattung des Messobjekts. Darüber hinaus zeichnet sich das Verfahren durch hohe Genauigkeit und Geschwindigkeit aus, was schnelle und präzise Temperaturmessungen ermöglicht – ein entscheidender Faktor in vielen industriellen Prozessen.

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