Optris Logo - Affordable temperature measurement solutions
tune

Produktkonfigurator

Das perfekte Optris-Produkt für Ihre Bedürfnisse finden.

IR Thermometer Configurator arrow_forward IR Camera Configurator arrow_forward
Configurator Screen
lens_blur

Optik-Kalkulator

Verwenden Sie den Rechner, um schnell die passende Messfleckgröße für Ihre Anforderungen zu ermitteln.

Explore Now arrow_forward
Calculator Screen
forum

Chat mit Ingenieuren

Online-Service-Support

Öffnungszeiten
Montag – Donnerstag: 08:00 – 17:00
Freitag: 08:00 – 16:00

Chat starten arrow_forward
call

Jetzt anrufen

Sales-Abteilung:
+49 30 500 197-0

Öffnungszeiten
Montag – Donnerstag: 08:00 – 17:00
Freitag: 08:00 – 16:00

 

mail

E-Mail senden

Sales-Abteilung:
[email protected]

Kontakt-Formular arrow_forward
construction

Reparatur anfordern

Serviceanfrage für Reparaturaufträge:
[email protected]

Serviceanfrageformular arrow_forward

Vom Pulver zur Präzision: Infrarot-Messtechnik im 3D-Metalldruck

Laser-Pulverbettfusion: Sicherstellung der Druckqualität durch genaue Prozesstemperatur- und Infrarotmessung

Herausforderung

Die Aufrechterhaltung einer gleichmäßigen Temperatur beim Metall-3D-Druck ist entscheidend, um Defekte zu vermeiden. Schnelles Aufheizen und Abkühlen birgt Risiken wie Rissbildung und Spannungen, während sich Geometrie, Wärmeleitfähigkeit und Emissivität im Verlauf des Bauprozesses ständig verändern.

Lösung

Die Infrarot-Temperaturmessung nach der Laserbelichtung ermöglicht eine Echtzeit-Visualisierung des thermischen Verhaltens. Durch die Auswertung der Thermografieaufnahmen während des Abkühlens kann die Heizstrategie dynamisch angepasst werden, um die Bauteiltemperatur zu stabilisieren und Defekte im schichtweisen Aufbau zu vermeiden.

Vorteile

  • Verhindert thermische Spannungen und Risse durch schichtweise Stabilisierung der Bauteiltemperatur
  • Erhöht die Prozesssicherheit durch präzise Temperaturvisualisierung und -analyse
  • Ermöglicht thermisches Verhalten zu untersuchen und Qualitätssicherung zu verbessern
  • Erlaubt dynamische Heizungsanpassungen an Geometrie- und Materialbedingungen
  • Steigert die Ausbeute, indem fehlerhafte Druckteile deutlich reduziert werden

Bewältigung der Herausforderungen bei Temperaturregelung und Qualität im Metall-3D-Druck

Der 3D-Druck von Metallen hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Seit über 25 Jahren gilt das pulverbettbasierte Laserstrahlschmelzen (LPBF) als eine der vielversprechendsten Methoden der additiven Fertigung von Metallen. Entwickelt und patentiert wurde das Verfahren 1996 vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT. Besonders geeignet ist LPBF für die Herstellung von Komponenten mit komplexen und filigranen Geometrien. Dieses präzise 3D-Druckverfahren ermöglicht die Produktion von Bauteilen, die mit subtraktiven Fertigungsmethoden nicht realisierbar sind, und eröffnet kontinuierlich neue industrielle Einsatzmöglichkeiten.

Beim LPBF-Verfahren dient ein feines Metallpulver als Ausgangsmaterial, das in einer dünnen Schicht auf eine Grundplatte aufgetragen wird. Ein Laserstrahl schmilzt gezielt Bereiche des Pulvers, um die gewünschte Bauteilgeometrie zu erzeugen. Nach dem Erstarren entsteht eine feste Materialschicht. Anschließend wird die Grundplatte abgesenkt und eine neue Pulverschicht aufgetragen. Dieser iterative Prozess wird Schicht für Schicht wiederholt, bis ein dreidimensionales Bauteil entsteht, das nur noch vom überschüssigen Pulver befreit werden muss.

Am Fraunhofer ILT wird das LPBF-Verfahren in verschiedenen Forschungsprojekten kontinuierlich weiterentwickelt. Hierfür betreibt das Institut mehrere Laboranlagen. Die Qualität des LPBF-Prozesses hängt stark von der Aufrechterhaltung korrekter Prozesstemperaturen ab. Der Laserstrahl erhitzt das Material extrem schnell – mit Aufheizraten von bis zu einer Million Kelvin pro Sekunde. Das geschmolzene Material kühlt anschließend rasch wieder ab, was Risiken wie Spannungen, Schrumpfungen, Phasenumwandlungen und andere physikalische Effekte birgt, die die Bauteilqualität beeinträchtigen können. Probleme wie Rissbildung oder plastische Verformung führen letztlich zu fehlerhaften Komponenten.

Um diese Defekte zu vermeiden, wird die Grundplatte beheizt, um die Temperatur des Bauteils besser zu steuern und Spannungen durch übermäßige Temperaturgradienten zu minimieren. Die Parameter, die die Bauteiltemperatur beeinflussen, ändern sich jedoch während des gesamten Prozesses. Mit jeder neuen Schicht vergrößert sich der Abstand zur beheizten Grundplatte, das Pulverbett leitet Wärme nur schlecht, Strahlung beeinflusst den Prozess und der Laser bringt zusätzliche Energie ein. Daher sind während des gesamten Fertigungsprozesses kontinuierliche Anpassungen der Heizleistung erforderlich.

Vom Pulver zur Präzision: Infrarot-Messtechnik im 3D-Metalldruck
Infrarot-Temperaturmessung und -Visualisierung während des 3D-Druckprozesses

Infrarot-Temperaturmessung und Visualisierung während des 3D-Druckprozesses

Eine Optris PI 640i Infrarotkamera, die Temperaturen bis zu 1500 °C messen kann, wird zur Optimierung der Temperaturregelung eingesetzt. Diese Kamera ist außerhalb der Prozesskammer montiert; in die Kammerwand ist zu diesem Zweck ein Zinkselenid-Fenster integriert. Eine Herausforderung bei der Infrarot-Temperaturmessung besteht in der Emissivität metallischer Oberflächen. So unterscheiden sich beispielsweise die Emissionsgrade von Metallpulvern und festen Oberflächen und werden zudem von deren Oberflächenbeschaffenheit beeinflusst. Obwohl die Messung metallischer Oberflächen mit langwelligen Infrarotkameras schwierig sein kann, sorgt die Oberflächenrauigkeit in diesem Fall für eine ausreichende Emissivität.

Eine weitere Herausforderung liegt in der optischen Beeinflussung durch den leistungsstarken Laser. Glücklicherweise arbeiten die meisten industriellen Laser, die in diesem Prozess eingesetzt werden, in einem anderen Spektralbereich – üblicherweise bei einer Wellenlänge von 1,064 µm als kontinuierlich emittierende Standardlaser. Diese Wellenlänge unterscheidet sich deutlich von der des hier eingesetzten langwelligen Infrarotsensors.

Während des Schichtaufbaus misst die Infrarotkamera die Temperatur des Bauteils, nachdem das Schmelzbad wieder erstarrt ist. Das System steuert die Kamera über eine digitale Schnittstelle, um thermografische Aufnahmen auszulösen. Diese Messungen erfolgen unmittelbar, nachdem der Laser abgeschaltet wurde und bevor die nächste Pulverschicht aufgetragen wird. Dadurch lassen sich verschiedene Effekte untersuchen. Typische Messungen erfassen beispielsweise das Abkühlverhalten nach dem Wiederaufschmelzen oder die Wärmeabfuhr über das Pulverbett. Auf diese Weise kann die Beheizung des Bauteils gezielt angepasst werden, um fehlerhafte Komponenten zu vermeiden.

Einfache Auswertung der Thermografieaufnahmen zur Optimierung der 3D-Druckqualität

Die PI 640i Infrarotkamera ist sehr kompakt und lässt sich leicht über dem Beobachtungsfenster montieren. Mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln kann sie auch kleine Bauteilstrukturen aufgrund ihrer MFOV-Eigenschaften detailgenau erfassen.

Die Kamera ist über eine USB-Schnittstelle mit einem PC verbunden, auf dem die von Optris mitgelieferte Analysesoftware PIX Connect installiert ist. Die Software ermöglicht die Auswertung thermografischer Bilder und bietet umfassende Aufzeichnungs- und Analysemöglichkeiten. Das am Fraunhofer ILT verwendete System erlaubt zudem die Archivierung und Speicherung der Aufnahmen in einem offenen Datenformat – ein wesentlicher Vorteil. Ein weiterer Pluspunkt ist die besonders einfache Auswertung der Thermografieaufnahmen in der PIX Connect Software.

Das Fraunhofer ILT nutzt die PI-Serie bereits seit mehreren Jahren. Zuvor kamen häufig nur Pyrometer zum Einsatz, die jeweils nur punktuell messen konnten. Insgesamt eignet sich die Optris Infrarotkamera hervorragend für diesen Prozess am ILT. Ihre kompakte Bauweise ermöglicht eine einfache mechanische Integration und komfortable Bedienung.

Einfache Auswertung der Thermografiebilder ermöglicht Optimierung der 3D-Druckqualität

COMPARE:

Compare