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Untersuchung des Brandverhaltens von Stromisolatoren für Freileitungen in Eisenbahntunneln

Untersuchung der Brandentwicklung und des Brandwachstums mit Infrarotkameras in brennender Umgebung

Herausforderung

Brandtests von Oberleitungen und Isolatoren erfordern präzise Messung von Temperaturverläufen und hitzebedingter Ausdehnung – trotz dichter Rauchentwicklung, extremer Hitze und fehlender Referenzwerte. Sichtbarkeit, Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit der Sensoren während einer 40–50 minütigen Exposition unter realen Brandbedingungen stellen erhebliche praktische Herausforderungen dar.

Lösung

Strategisch platzierte Infrarotkameras in unterschiedlichen Höhen und Entfernungen überwachen die Temperaturverteilung auf Oberleitungen und Isolatoren präzise während des gesamten Brandtests. Ergänzende Thermoelemente und Zugkraftsensoren validieren die Temperaturdaten und gewährleisten robuste, verlässliche Messergebnisse trotz unerwarteter Rauchentwicklung und erhöhter Umgebungstemperaturen.

Vorteile

  • Kontinuierliche, zuverlässige Temperaturmessung trotz starker Rauchentwicklung ermöglicht präzise Bewertung der Hitzebeständigkeit.
  • Früherkennung von Schwachstellen verbessert präventive Sicherheitsmaßnahmen.
  • Echtzeit-Korrelation von Temperatur- und mechanischen Belastungsdaten erhöht die Testzuverlässigkeit.
  • Schnelle und präzise Beurteilung der Leitungsintegrität unterstützt eine effiziente Infrastrukturverbesserung.
  • Zentrale Datenerfassung vereinfacht umfassende Analysen und beschleunigt Optimierungen für zukünftige Brandtests.

Bewertung der Hitzebeständigkeit von Oberleitungen und Isolatoren in Brandtests

Entstehende Brände im Bahnverkehr können ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Um auf solche Szenarien besser vorbereitet zu sein und die Infrastruktur zu optimieren, werden Brandtests auf Teststrecken oder in Tunneln durchgeführt. In einem dieser Tests wird beispielsweise die Widerstandsfähigkeit von Oberleitungen und Stromisolatoren gegenüber Hitzeeinwirkung untersucht. Ziel ist es zu prüfen, wie lange die Stromversorgung für Lokomotive und Wagen (z. B. für Klimaanlage und Belüftungssysteme) aufrechterhalten werden kann. Diese Tests sind entscheidend, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Bahnbetriebs unter extremen Bedingungen zu gewährleisten.

Dazu wird ein realistisches Modell eines Eisenbahnwagens mit brennbarer Flüssigkeit entzündet. Die Temperaturen der Oberleitung (Aluminium) und der Stromisolatoren (Silikon/Keramik) werden an verschiedenen Punkten aufgezeichnet. Dabei werden nicht nur Punktmessungen durchgeführt, sondern auch Temperaturverläufe der Komponenten ermittelt. Gleichzeitig wird untersucht, wie sich Hitze auf die Ausdehnung der Oberleitung und damit auf die Zugkraft auswirkt. Eine mögliche Herausforderung besteht in der Rauchentwicklung durch die brennende Flüssigkeit, die die Sicht und die Temperaturmessungen erheblich beeinträchtigen kann. Messgeräte und Infrarotkameras müssen daher entsprechend geschützt und kalibriert werden, um genaue Daten zu liefern.

Die Zieltemperaturen an der Oberleitung und den Stromisolatoren müssen häufig vorgegeben werden, was bei der Planung und Durchführung der Tests zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt. In manchen Testszenarien existieren keine Referenzwerte oder früheren Brandtests, sodass diese Versuche erstmals mit verschiedenen Messsystemen durchgeführt werden. Die maximale Umgebungstemperatur der Messsysteme liegt in einem Beispieltest bei 40 °C bis 50 °C. Der gesamte Brandtest ist auf eine Dauer von 40 bis 50 Minuten ausgelegt. Die Ergebnisse dieses Tests sind entscheidend für zukünftige Sicherheitsmaßnahmen und die Entwicklung technischer Spezifikationen für den Einsatz von Oberleitungen und Stromisolatoren in Tunneln.

Untersuchung des Brandverhaltens von Stromisolatoren für Freileitungen in Eisenbahntunneln
Optris-Infrarotkameras bleiben auch unter Brandbedingungen betriebsbereit

Optris Infrarotkameras bleiben auch unter Brandbedingungen betriebsfähig

Um alle Anforderungen des Beispieltests zu erfüllen, wurden eine PI 640i mit einem 33 x 25° Objektiv und eine PI 1M mit einem 41 x 25° Objektiv installiert. Die PI 1M wurde in einer Entfernung von ca. 10 m und einer Höhe von 60 cm montiert, die PI 640i in einer Entfernung von ca. 15 m und einer Höhe von 3,5 m.

Darüber hinaus installierte der Vertriebspartner Schotec AG verschiedene Thermoelemente und Zugkraftsensoren am Brandmodell, um alle Messwerte zu vergleichen und deren Plausibilität zu überprüfen. Alle Sensoren und IR-Kameras wurden über DeWeSoft aufgezeichnet und mit Zeitstempel dokumentiert. Dies war dank des DeWeSoft-Plug-ins für die Optris PIX Connect Software problemlos möglich. Während des Tests kam es zu unerwarteter Rauchentwicklung und erhöhter Umgebungstemperatur. Innerhalb von 15 Minuten führten diese beiden Faktoren im Tunnel dazu, dass die Oberleitung und die Stromisolatoren schmolzen. Der Testtunnel musste evakuiert werden. Die bereits anwesende Feuerwehr löschte anschließend den Brand.

Die PI 640i, die den Brand unbeschadet überstand, zeichnete während des gesamten Tests präzise alle auftretenden Temperaturen im sichtbaren Bereich auf – einschließlich der Löschphase. Diese lagen zwischen Raumtemperatur zu Beginn und knapp 900 °C kurz vor dem Löschen des Feuers.

Überlegene Leistung unter Extrembedingungen und einfache Datenerfassung über DeWeSoft PlugIn

Die PI 640i bietet ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und überzeugt mit hoher Auflösung im Infrarotbereich von 8 – 14 µm. Diese spezifische Wellenlänge ermöglichte präzise Messungen selbst durch unerwartet dichten Rauch hindurch, sodass die Temperatur kontinuierlich erfasst und mithilfe des DeWeSoft PlugIns zusammen mit anderen Sensordaten dokumentiert werden konnte.

Vier austauschbare Objektive bieten Flexibilität für zukünftige Versuche und ermöglichen sowohl Fernaufnahmen als auch detailreiche Nahaufnahmen mit dem Weitwinkelobjektiv. Für alle Objektive steht ein wassergekühltes Gehäuse mit Luftspüleinheit zur Verfügung, das den Betrieb der Infrarotkamera bei Umgebungstemperaturen bis zu 315 °C ermöglicht. Die integrierte Luftspüleinheit verhindert Kondensation und reinigt die Linse zuverlässig von Schmutz.

Mit einer thermischen Empfindlichkeit von nur 40 mK ist die PI 640i auch für zukünftige Tests an Stromisolatoren bei deutlich niedrigeren Temperaturen (geplant bis 100 °C) bestens geeignet, da sie Temperaturgradienten präzise darstellen kann.

Die nahtlose Integration in die DeWeSoft Software ermöglicht die Kombination verschiedener Messsysteme auf einer gemeinsamen Plattform und erleichtert so eine umfassende und effiziente Datenerfassung für zukünftige Versuche.

Überragende Leistung unter extremen Bedingungen und einfache Datenintegration über DeWeSoft PlugIn

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