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Optris IR Anwendungs-Banner Kunststoffe Thermoformprozess

Sicherstellung einer präzisen Temperaturregelung im industriellen Thermoformprozess

Optimales Thermoformen durch kontrollierte Erwärmung und Infrarot-Temperaturüberwachung auch bei dünnen thermoplastischen Folien

Herausforderung

Thermoformen dünner Kunststofffolien erfordert präzise Temperaturkontrolle in unmittelbarer Nähe von Infrarotstrahlern, wobei spektrale Interferenzen und Materialtransparenz die genaue, berührungslose Temperaturmessung erschweren.

Lösung

Der Einsatz von Infrarotpyrometern mit einer auf die Absorptionsbänder des Kunststoffs abgestimmten spektralen Empfindlichkeit gewährleistet präzise Temperaturmessungen, vermeidet Interferenzen durch Infrarotstrahler und berücksichtigt materialspezifische Transparenzherausforderungen.

Vorteile

  • Sorgt für gleichmäßige Erwärmung der Kunststoffplatten für konsistente Produktqualität
  • Minimiert Materialausschuss durch Über- oder Unterhitzung
  • Ermöglicht Echtzeit-Prozesskontrolle durch Integration in SPS-Systeme
  • Reduziert den Energieverbrauch durch optimierte Heizleistung
  • Vereinfacht Nachrüstung und Wartung durch leicht integrierbare Sensorlösungen

Die Kontrolle der Glasübergangstemperatur beim Thermoformen mit Infrarotstrahlern

Thermoformen ist ein Herstellungsprozess, bei dem thermoplastische Materialien geformt werden, indem eine Kunststoffplatte erhitzt wird, bis sie formbar ist, und anschließend in eine bestimmte Form gebracht wird. Dieser Prozess ist entscheidend in der Verpackungsindustrie, wo er zur Herstellung von Lebensmittelverpackungen, medizinischen Trays und Konsumgüterverpackungen eingesetzt wird. In der Automobilindustrie werden thermoformte Kunststoffe für Komponenten wie Armaturenbretter, Türverkleidungen und Innenbauteile eingesetzt. In der Baubranche sind sie wesentlich für die Produktion von Fensterprofilen, Rohren und Dämmmaterialien. Außerdem finden sich thermoformte Kunststoffe in zahlreichen Konsumgütern, darunter Getränkeflaschen, funktionale Schuhfolien und andere Alltagsprodukte.

Der Thermoformprozess beginnt damit, dass eine thermoplastische Platte erhitzt wird, bis sie weich und formbar wird und ihre Glasübergangstemperatur erreicht. Dieser Schritt ist essenziell, da er es ermöglicht, das Material problemlos in die gewünschte Form zu bringen. Infrarotstrahler werden hierfür typischerweise eingesetzt, da sie effizient sind und eine kontrollierte Erwärmung ermöglichen. Sobald die thermoplastische Platte formbar ist, wird sie mittels eines Werkzeugs durch Verfahren wie Tiefziehen, Druckformen oder mechanisches Formen in die gewünschte Gestalt gebracht.

Jede Methode hat spezifische Anwendungsfälle und Vorteile, beruht jedoch darauf, den erhitzten Kunststoff durch Druck oder Vakuum zu formen. Nach der Formgebung muss die Platte abgekühlt werden, damit die neue Form aushärtet und der Kunststoff seine Struktur und Formstabilität behält. Das abgekühlte Teil wird aus dem Werkzeug entnommen und kann anschließend weiter beschnitten und nachbearbeitet werden, um die endgültigen Produktspezifikationen zu erreichen. Häufig verwendete Materialien beim Thermoformen sind Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polystyrol (PS), Polyethylenterephthalat (PET), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) und Polyvinylchlorid (PVC). Die Sicherstellung einer homogenen Temperatur ist entscheidend, um Defekte im Endprodukt zu vermeiden, da gleichmäßige Erwärmung garantiert, dass die gesamte Kunststoffplatte den gleichen Grad an Formbarkeit erreicht und keine Schwachstellen oder Unregelmäßigkeiten entstehen. Eine ausreichende Wärme­durchdringung ist ebenfalls erforderlich, um die nötige Formbarkeit ohne Überhitzung zu erreichen.

Infrarotsensoren sind notwendig, um sicherzustellen, dass der Kunststoff seine Glasübergangstemperatur erreicht. Die Temperaturüberwachung ist jedoch schwierig, da die Kunststoffe oft weniger als 400 µm dick sind und der Prozess Infrarotstrahler beinhaltet. Infrarotstrahler übertragen Wärme bzw. Energie berührungslos mittels gerichteter Infrarotstrahlung. Damit Infrarot-Heizprozesse so effizient wie möglich genutzt werden, muss die Emissivität des Kunststoffmaterials berücksichtigt werden, um festzulegen, ob der IR-Emitter im kurz-, mittel- oder langwelligen Infrarotbereich arbeiten soll. Die Emissivität hängt vom Material, der Oberflächenqualität, der Wellenlänge, dem Winkel und in manchen Fällen von der jeweiligen Konfiguration ab.

Die Anforderungen an den Strahler/Infrarotstrahler unterscheiden sich je nach Wellenlänge der IR-Strahlung und dem Material des Produkts. Eine Herausforderung besteht darin, dass ein Infrarotsensor, der im gleichen Wellenlängenbereich arbeitet, Reflexionen des Heizers empfangen könnte. Zudem wird für das Thermoformen dünne Kunststofffolie verwendet, die in einigen Spektralbereichen transparent sein kann. Dies macht die Anwendung noch anspruchsvoller, da ein IR-Temperatursensor mit falscher spektraler Empfindlichkeit möglicherweise nicht die Infrarotstrahlung der Kunststofffolie erfasst.

Sicherstellung der Temperaturregelung in Thermoformprozessen
Regelung der Thermoformtemperatur in modernen automatisierten Produktionslinien.

Thermoform-Temperaturkontrolle: Die Rolle der Wellenlängenbereiche von Infrarotstrahlern und Pyrometern

Infrarotstrahler werden üblicherweise eingesetzt, weil sie eine kontrollierte und gleichmäßige Erwärmung ermöglichen und sicherstellen, dass die thermoplastische Platte die notwendige Glasübergangstemperatur erreicht. Das Verständnis des Zustands der erhitzten Oberfläche ist entscheidend für die Kontrolle des Erwärmungsprozesses. Infrarotpyrometer überwachen die Glasübergangstemperatur des Kunststoffs, bevor er geformt wird, und bieten die schnellste und direkteste Messmethode.

Eine Herausforderung der IR-Messung in der Nähe von IR-Heizern besteht darin, Messungen im gleichen Spektralbereich zu vermeiden, in dem die Heizer arbeiten. Infrarotstrahler und -trockner arbeiten typischerweise in den Wellenlängenbereichen des nahen Infrarots (NIR) und mittleren Infrarots (MIR). NIR-Heizer arbeiten üblicherweise im Bereich von 0,75 µm bis 1,5 µm und liefern intensive, fokussierte Wärme, ideal für schnelle Erwärmungsprozesse. MIR-Heizer arbeiten im Bereich von 1,5 µm bis 5,0 µm und ermöglichen eine ausgewogene Erwärmung, geeignet sowohl für Oberflächen als auch für leicht tiefer liegende Materialschichten. Um Übersprechen zu vermeiden, arbeitet ein Pyrometer bei den meisten Trocknungs- und Heizprozessen typischerweise im langwelligen (LT) Bereich von 8 µm bis 14 µm. Best Practice ist der Einsatz eines Infrarotsensors mit einer anderen spektralen Empfindlichkeit als der IR-Heizer, um Übersprechen zu vermeiden.

Herausforderungen entstehen auch bei dünnen Kunststofffolien, die in einigen Spektralbereichen transparent sein können. Dies erfordert den Einsatz von Sensoren mit der richtigen spektralen Empfindlichkeit, um fehlerhafte Messungen durch Rückreflexionen zu vermeiden. Kunststoffe mit einer Dicke von mehr als 0.4 mm und pigmentierte Folien können problemlos im langwelligen IR-Bereich (8–14 µm) mit Emissionsgraden ≥ 0.9 gemessen werden. Sehr dünne Kunststofffolien sind in diesem Spektralbereich jedoch transparent, sodass die Temperaturmessung nur über materialspezifische Absorptionsbänder im IR-Spektrum mittels schmalbandempfindlicher IR-Sensoren möglich ist.

Die Infrarot-Temperaturmessung bei Kunststoffen umfasst spezifische Spektralbänder und Temperaturbereiche. Das C-H-Band mit einer Wellenlänge von 3,43 µm ist wirksam für Temperaturen über 50 °C (P3 > 50 °C). Das C-F-Esterband mit einer Wellenlänge von 7,95 µm ist hingegen geeignet für Temperaturen über 0 °C (P7 > 0 °C). Unterschiedliche Kunststoffmaterialien reagieren unterschiedlich auf diese Spektralbänder. Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Cellophan und Polystyrol (PS) sind empfindlich gegenüber dem C-H-Band bei 3,43 µm, jedoch nicht gegenüber dem C-F-Esterband. Im Gegensatz dazu reagieren Fluorkunststoff (FEP) und Polyimid auf das C-F-Esterband bei 7,95 µm, jedoch nicht auf das C-H-Band. Einige Materialien, wie Acryl und Polycarbonat, reagieren auf beide Bänder. Polyester ist für Dicken über 10 µm für das C-H-Band geeignet und reagiert ebenfalls auf das C-F-Esterband. Polyvinylchlorid (PVC) reagiert auf beide Spektralbänder und ist daher vielseitig bei Anwendungen der Infrarot-Temperaturmessung einsetzbar.

Kosteneffizientes Temperaturmanagement im Thermoformen mit einfach zu installierenden und thermoschock-unempfindlichen Pyrometern

CT LT Sensoren wurden in einer Anwendung eingesetzt, bei der preisgünstige Kunststoffverpackungen für Lebensmittel hergestellt werden. Langwellige Sensoren sind ausreichend, da die Kunststofffolie dicker als 400 µm ist. Der Hersteller hat mehrere Pyrometer in einer Linie integriert, um Temperaturinhomogenitäten zu überwachen. Wenn sich die Messwerte unterscheiden, passt die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) die Leistung der Infrarotstrahler basierend auf den über analoge Eingänge empfangenen Temperaturdaten an. Die Online-Thermometer sind neben den Infrarotstrahlern installiert, wo die Kunststofffolie ihre maximale Temperatur erreicht, um parasitäre Reflexionen zu vermeiden. Dennoch ist die Umgebungstemperatur hoch, weshalb der Sensor hohen Temperaturen standhalten muss.

Das thermoschock-unempfindliche Feature des Optris-Pyrometers ist in dieser Anwendung entscheidend, da es genaue und zuverlässige Temperaturmessungen selbst in Umgebungen mit schnellen Temperaturschwankungen oder nahe gelegenen Wärmequellen gewährleistet. Optris bietet eine Reihe mechanischer Zubehörteile an, die die Integration der Sensoren in bestehende Thermoformmaschinen erheblich erleichtern. Dazu gehören Montagehalterungen, verstellbare Stative, Schutzfenster und Gehäuse, wodurch Hersteller Infrarot-Temperaturmesssysteme ohne große Modifikationen in ihre Maschinen integrieren können. Zudem kann der Sensorkopf vom Elektronikgehäuse getrennt werden, was Installation und Wartung in komplexen Maschinenumgebungen vereinfacht. Dies spart nicht nur Zeit, sondern senkt auch die Installationskosten.

IR Thin Film Thermoforming Infrared Image

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