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Neues Optris Bottom-Up-System für Glas-Härteanlagen

Temperaturüberwachung und Qualitätskontrolle

28th April 2022

Neues Optris Bottom-Up-System für Glas-Temperieranlagen

Die physikalischen Eigenschaften von Flachglas lassen sich durch eine gezielte Wärmebehandlung beeinflussen. Im sogenannten thermischen Vorspannprozess, der bei der Herstellung von Einscheibensicherheitsglas (ESG) eingesetzt wird, werden die Glasscheiben zunächst in einem Ofen gleichmäßig auf etwa 650 °C erhitzt – eine Temperatur, bei der das Glas beginnt, weich zu werden.

Das erhitzte Glas wird anschließend aus dem Ofen in eine Kühlsektion transportiert, wo es durch Hochdruck-Luftstöße schnell abgekühlt wird. Die Qualität des Glases hängt dabei maßgeblich von einer homogenen Wärmebehandlung ab – diese wird durch den Einsatz präziser Temperaturmesstechnik sichergestellt.

Die Herausforderung von Low-E-Glas

Um eine hohe Energieeffizienz in Gebäuden zu erreichen, wird heute standardmäßig sogenanntes Low-E-Glas für Fenster und Fassadenelemente eingesetzt. Dieses Mehrscheiben-Isolierglas besitzt eine beschichtete Seite mit sehr niedriger Emissivität.

Diese geringe Emissivität stellt eine große Herausforderung für Infrarot-Messsysteme dar, die traditionell die Glastemperatur von oben messen, wenn die Scheiben den Ofen verlassen. Das neue Bottom-Up-GIS-System von Optris löst dieses Problem mit einem völlig neuen Ansatz: Zwei Infrarotkameras sind unterhalb der Vorspannanlage installiert und messen die Temperatur von der unbeschichteten Seite des Glases – also dort, wo die Emissivität hoch und die Messgenauigkeit optimal ist. Dank neu entwickelter, kompakter Infrarotkameras konnte diese Unterbauinstallation überhaupt erst realisiert werden – frühere, sperrige Zeilenscanner ließen dies nicht zu. Die Kombination aus zwei VGA-Kameras mit einem maximalen Sichtfeld von 111° ermöglicht eine Scanauflösung von 1600 Pixeln bei einer Scanbreite von bis zu 4,3 Metern. Neben der Temperaturverteilung wird zusätzlich die Glasoberfläche berechnet.

Ein ultraschnelles CTlaser 4M-Pyrometer mit 90 µs Belichtungszeit, kombiniert mit einem digital gesteuerten Linsenschutzsystem (DCLP), schützt beide Infrarotkameras zuverlässig im Falle eines Glasbruchs. Diese automatischen Schutzverschlüsse verlängern außerdem die Wartungsintervalle erheblich und machen ein zusätzliches, aufwändiges Abblasen der Optiken mit Druckluft überflüssig.

Optris liefert das Bottom-Up Glass Inspection System (BUGIS) in zwei Versionen: das High Resolution GIS 640i G7 und das High Performance GIS 450i G7. Beide Systeme werden vorkonfektioniert geliefert und lassen sich einfach in Glas-Härteanlagen integrieren. Zum Lieferumfang gehören neben den Infrarotkameras, dem Pyrometer und den Schutzsystemen auch ein kompakter Schaltschrank mit allen elektronischen Steuerkomponenten sowie alle erforderlichen Anschlusskabel.

Im Vergleich zu den bislang häufig eingesetzten Zeilenscannern bietet das kamerabasierte Glass-Inspektionssystem einen entscheidenden Vorteil: Die exakte Ausrichtung der Scanlinie erfolgt bequem in der Software, eine mechanisch präzise Justierung ist nicht mehr erforderlich. Damit werden Installations- und Inbetriebnahmezeiten auf ein Minimum reduziert.

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