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Infrarotkamera

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kameras, die mit sichtbarem Licht Bilder erzeugen, arbeiten Wärmebildkameras im Infrarotspektrum, da alle Objekte oberhalb des absoluten Nullpunkts thermische Strahlung abgeben. Dieses grundlegende Prinzip ermöglicht es Infrarotkameras, Temperaturunterschiede in einer Szene zu erkennen und sichtbar zu machen.

In einer Infrarotkamera fokussiert ein optisches Linsensystem die thermischen Abweichungen aus den Emissionen auf ein Detektorarray. Dieses Array besteht aus zahlreichen Pixeln, von denen jedes einem bestimmten Bereich der Szene entspricht. Die Intensität der von jedem Pixel erfassten Infrarotstrahlung gibt die Temperatur des Objekts an dieser Stelle an. Abhängig vom verwendeten Infrarotwellenbereich nutzen die Sensoren in diesen Kameras unterschiedliche Technologien, wie Bolometer oder Infrarot-Photodetektoren.

Trifft die Infrarotstrahlung der Objekte innerhalb des Sichtfeldes der Kamera auf den Detektor, verändert sich die elektrische Eigenschaft des Sensormaterials, etwa der Widerstand, wie bei den meisten ungekühlten Infrarotkameras, die auf ungekühlten Bolometern basieren. Das Absorberelement eines Bolometers besteht typischerweise aus einem Material, dessen elektrischer Widerstand sich stark mit der Temperatur ändert. Steigt die Temperatur des Absorberelements, verändert sich dessen Widerstand. In anderen Fällen nutzen Infrarotkameras Halbleitermaterialien, die Infrarotlicht in elektrischen Strom umwandeln. Diese Geräte arbeiten auf Basis des Quanteneffekts, bei dem Photonen auf der Oberfläche der Photodiode Elektron-Loch-Paare erzeugen. Solche Kameras müssen häufig stark gekühlt werden, um ein niedriges Rauschen zu gewährleisten, was Wartung und Kosten erhöht.

Die Elektronik der Kamera verstärkt, digitalisiert und verarbeitet diese Signale, um ein Bild zu erzeugen. Bei den meisten Infrarotkameras kalibriert ein Verschlussmechanismus periodisch das Detektorarray, korrigiert Offset und Nichtuniformität und stellt so genaue Intensitätsmessungen sicher.

Die Software der Kamera verarbeitet die digitalisierten Signale, wendet Kalibrierungsdaten an und wandelt die Intensität der Infrarotstrahlung in Temperaturwerte um. Diese Umrechnung ermöglicht präzise berührungslose Temperaturmessungen, Temperaturkontrolle, Analyse und Alarmierung bei vordefinierten Schwellenwerten.

Infrarotkameras sind nicht universell einsetzbar. Sie sind in unterschiedlichen Spektralbereichen, Messbereichen, Geschwindigkeiten, Empfindlichkeiten und Auflösungen erhältlich und an verschiedene Anforderungen und Budgets angepasst. Einige Kameras sind auf die Erfassung von langwelliger Infrarotstrahlung spezialisiert, was für bestimmte industrielle Anwendungen entscheidend ist, während andere für mittelwellige Infrarotstrahlung optimiert sind, passend zu anderen Umgebungsbedingungen. Diese Anpassungsfähigkeit stellt sicher, dass es für jede Anwendung eine passende Infrarotkamera gibt.

Die Leistung und Fähigkeiten einer Infrarotkamera werden durch mehrere Faktoren bestimmt. Der Spektralbereich gibt den Teil des Infrarotspektrums an, auf den die Kamera empfindlich reagiert, was ihre Eignung für unterschiedliche Anwendungen beeinflusst. Der Messbereich definiert die Temperaturen, die die Kamera zuverlässig erfassen kann. Die Geschwindigkeit beschreibt, wie schnell die Kamera Bilder erfassen und verarbeiten kann, was für sich schnell bewegende Objekte oder Echtzeitüberwachung entscheidend ist. Die Empfindlichkeit gibt an, wie kleinste Temperaturunterschiede erkannt werden, was für hochpräzise Anwendungen wichtig ist. Die Auflösung bestimmt die Detailgenauigkeit der Wärmebilder, wobei höhere Auflösungen präzisere Temperaturdaten liefern.

Bei der Auswahl einer geeigneten Infrarotkamera für eine spezifische Anwendung müssen die Anforderungen und Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. In industriellen Anwendungen sind Umweltbedingungen, erforderliche Messgenauigkeit und die zu messenden Temperaturen entscheidend. Außerdem beeinflusst die Wahl zwischen gekühlten und ungekühlten Kameras Leistung und Kosten. Gekühlte Kameras, die ein kryogenes Kühlsystem nutzen, bieten höhere Empfindlichkeit und Auflösung, sind jedoch teurer und komplexer. Ungekühlte Kameras sind kostengünstiger, robuster und für ein breiteres Anwendungsspektrum geeignet.

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