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Diagonales Sichtfeld (DFOV)

Diagonales Sichtfeld (DFOV) bezeichnet die gesamte Winkelausdehnung der sichtbaren Szene in horizontaler und vertikaler Richtung, gemessen entlang der Diagonale des Kamerasichtfelds. Die Kenntnis des von einer Infrarotkamera bei einer bestimmten Entfernung erfassbaren Bereichs ist essenziell. Das DFOV lässt sich aus den horizontalen und vertikalen Sichtfeldern (HFOV und VFOV) der Kamera mithilfe des Satzes des Pythagoras berechnen. Ein größeres DFOV ermöglicht es der Kamera, einen breiteren Bereich zu erfassen, was für Anwendungen mit umfangreicher Überwachung oder zur Beobachtung großer Szenen von Vorteil ist. Ein kleineres DFOV ist hingegen nützlich, um sich auf kleinere, detailreiche Bereiche zu konzentrieren. Das DFOV wird von der Linse der Infrarotkamera und der Größe des Sensors beeinflusst: Eine Linse mit kürzerer Brennweite oder ein größerer Sensor erzeugen ein breiteres DFOV, während eine längere Brennweite oder ein kleinerer Sensor ein engeres DFOV ergeben.

Das diagonale Sichtfeld ist besonders wichtig für Linienscanner-Anwendungen. Infrarotkameras können häufig Linienmessungen durchführen, die in verschiedenen industriellen Anwendungen nützlich sind, in denen eine kontinuierliche Überwachung bewegter Objekte oder Oberflächen erforderlich ist und das Sichtfeld nur teilweise genutzt wird. Bei der Linienmessung erfasst die Kamera Temperaturdaten entlang einer einzelnen Linie über die Zieloberfläche. Während sich das Ziel bewegt, werden diese Linienaufnahmen kombiniert, um ein vollständiges Wärmebild der gesamten Oberfläche zu erzeugen. Dieses Verfahren ist besonders effizient für die Überwachung kontinuierlicher Prozesse wie Förderbänder, Fertigungslinien oder andere Anwendungen mit ständig bewegten Objekten. Die Linie kann die gesamte Breite des Sichtfeldes abdecken und beliebige Formen haben. Daher entspricht das DFOV der größtmöglichen Scanlinienbreite der Infrarotkamera.

Das DFOV beeinflusst die Auflösung und den Detailgrad der erfassten Bilder. Ein gut optimiertes DFOV stellt sicher, dass der Scanner über die gesamte Breite des gescannten Bereichs ausreichend Details liefert. Dieses Gleichgewicht zwischen Sichtfeld und Auflösung, unter Berücksichtigung des MFOV, ist entscheidend bei Linienscanner-Anwendungen, um sicherzustellen, dass kleine Defekte oder Abweichungen nicht übersehen werden.

Betrachtet man beispielsweise einen Linienscanner in der Fertigung zur Überwachung einer großen Materialbahn – etwa aus Metall, Papier oder Textilien –, die auf einem Förderband transportiert wird: Das DFOV bestimmt, wie viel der Breite der Bahn in einem Durchgang erfasst werden kann. Ist das DFOV zu schmal, können Materialbereiche übersehen werden und Details bleiben unentdeckt. Ein optimal abgestimmtes DFOV sorgt dafür, dass die gesamte Breite effizient erfasst wird und hochauflösende Wärmebilder entstehen, die eventuelle Defekte oder Unregelmäßigkeiten sichtbar machen.

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