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Berührungslose Temperaturmessung verbessert industrielle Metallbeschichtungsprozesse

Thermische Überwachung erkennt ungleichmäßigen Materialauftrag und kritische Temperaturanstiege während der Beschichtung

Challenge

Bei der thermischen Metallbeschichtung müssen Werkstückrotation, Spritzstrahlbewegung und Materialzufuhr gleichmäßig ablaufen. Störungen verursachen ungleichmäßige Schichtdicken und lokale Überhitzungen. Gleichzeitig darf die Temperatur des Grundwerkstoffs kritische Grenzwerte nicht überschreiten. Eine zuverlässige Temperaturüberwachung ist aufgrund beweglicher Bauteile und geschlossener Beschichtungskabinen besonders anspruchsvoll.

Solution

Optris Wärmebildkameras überwachen die Temperaturverteilung auf rotierenden Werkstücken während des gesamten Beschichtungsprozesses berührungslos. Die kontinuierliche Wärmebildgebung macht lokale Überhitzungen, Bewegungsstörungen und Unterbrechungen der Materialzufuhr sichtbar. Dadurch können Prozessabweichungen frühzeitig erkannt, Beschichtungsparameter gezielt angepasst und kritische Temperaturüberschreitungen vermieden werden.

Benefits

  • Frühzeitige Erkennung von Prozessstörungen verhindert ungleichmäßige Beschichtungen und thermische Schäden am Werkstück.
  • Kontinuierliche Temperaturüberwachung schützt empfindliche Grundwerkstoffe zuverlässig vor kritischen
  • Temperaturüberschreitungen während der Beschichtung.
  • Gleichmäßiger Materialauftrag verbessert die Beschichtungsqualität und erhöht die Lebensdauer behandelter Bauteile.
  • Gezielte Anpassung der Prozessgeschwindigkeit reduziert Materialverluste und unterstützt eine wirtschaftlichere Fertigung.
  • Frühzeitiges Eingreifen bei Prozessabweichungen reduziert Ausschuss und erhöht die Sicherheit der Beschichtungsanlage.

Prozessabweichungen bei der Metallbeschichtung frühzeitig identifizieren

Die thermische Metallbeschichtung ist ein wichtiger Bestandteil industrieller Fertigungsprozesse, um die Verschleißfestigkeit, Widerstandsfähigkeit und Lebensdauer metallischer Bauteile zu verbessern. Insbesondere bei Werkzeugkomponenten, Maschinenbauteilen und rotationssymmetrischen Werkstücken kommen thermische Spritzverfahren zum Einsatz, bei denen eine spezielle Legierung als zusätzliche Materialschicht auf die Oberfläche aufgetragen wird. Dabei wird das zu beschichtende Bauteil in einer Maschine eingespannt und kontinuierlich beweget oder gedreht. Gleichzeitig bewegt sich eine Spritzdüse entlang der Werkstückoberfläche und trägt das Beschichtungsmaterial in Form eines Hochgeschwindigkeits-Sprühstrahls auf. Durch die Kombination aus Rotation und linearer Düsenbewegung entsteht eine möglichst gleichmäßige Beschichtung über die gesamte Oberfläche.

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, beide Bewegungsabläufe sowie die kontinuierliche Materialzufuhr zuverlässig zu überwachen. Kommt die Rotation des Werkstücks zum Stillstand, konzentriert sich der Materialauftrag auf einen begrenzten Oberflächenbereich. Bleibt hingegen die Spritzdüse stehen, entsteht eine lokal begrenzte, ringförmige Beschichtung. Beide Störungen können zu ungleichmäßigen Schichtdicken, thermischen Belastungen und Schäden am Werkstück führen. Auch Unterbrechungen der Pulver- oder Drahtzufuhr verändern die Temperaturverteilung und beeinträchtigen die Beschichtungsqualität.
Besonders kritisch ist die Temperatur des Grundwerkstoffs. Obwohl der Spritzstrahl deutlich höhere Temperaturen erreicht, darf das Werkstück in der beschriebenen Anwendung eine maximale Temperatur von 130 °C nicht überschreiten. Die relevanten Prozesstemperaturen liegen dabei ungefähr zwischen 80 und 200 °C. Eine zuverlässige Temperaturüberwachung ist deshalb notwendig, um Überhitzungen und unerwünschte Materialveränderungen zu vermeiden.

Konventionelle berührende Messverfahren sind aufgrund der rotierenden Bauteile, der beweglichen Spritzdüse und der geschlossenen Beschichtungskabine nur eingeschränkt einsetzbar. Einzelpunktmessungen mit einem Pyrometer erfassen zudem lediglich einen begrenzten Oberflächenbereich. Eine Infrarotkamera ermöglicht dagegen die flächige, berührungslose Temperaturmessung und macht lokale Temperaturabweichungen während des gesamten Beschichtungsprozesses sichtbar. Dadurch lassen sich kritische Prozesszustände frühzeitig erkennen und gezielte Maßnahmen zur Qualitätssicherung einleiten.

 

Präzise Wärmebildgebung erkennt thermische Abweichungen während des Spritzbeschichtens

Für die Temperaturüberwachung beim thermischen Spritzbeschichten kommen langwellige Infrarotkameras von Optris zum Einsatz. Sie erfassen die Temperaturverteilung auf der Werkstückoberfläche berührungslos und ermöglichen die gleichzeitige Überwachung der Bauteilrotation und der Bewegung des Spritzstrahls. In einer praktischen Testanwendung wird eine Wärmebildkamera der PI 400-Serie innerhalb der geschlossenen Beschichtungskabine auf einem Stativ positioniert. Der Abstand zum Werkstück beträgt ungefähr einen Meter. Die Bilddaten werden über eine USB-Verbindung an einen außerhalb der Kabine befindlichen Computer übertragen und dort ausgewertet. Da gewöhnliches Schauglas für die langwellige Infrarotstrahlung nicht ausreichend durchlässig ist, erfolgt die Messung direkt innerhalb der Anlage. Eine vorhandene Absaugung gewährleistet dabei freie Sicht auf den Beschichtungsprozess.

Für vergleichbare Anwendungen eignen sich die Optris PI 400i, PI 450i und PI 640i. Alle drei Infrarotkameras arbeiten im Spektralbereich von 8 bis 14 µm und bieten einen Temperaturmessbereich von 0 bis 250 °C, der die relevanten Werkstücktemperaturen abdeckt. Die PI 400i verfügt über eine optische Auflösung von 382 × 288 Pixeln und eine Bildfrequenz von 80 Hz. Die PI 450i bietet dieselbe Auflösung und Bildfrequenz, erkennt mit einer thermischen Empfindlichkeit von 40 mK jedoch besonders geringe Temperaturunterschiede. Für detailliertere Wärmebilder eignet sich die PI 640i mit 640 × 480 Pixeln bei 32 Hz beziehungsweise 125 Hz im Teilbildmodus.

Die lizenzfreie Software Optris PIX Connect visualisiert Temperaturverteilungen, ermöglicht die Auswertung definierter Messbereiche und unterstützt die Dokumentation thermischer Veränderungen. Über individuell festgelegte Temperaturschwellen lassen sich kritische Prozesszustände erkennen. Für eine dauerhafte Anlagenintegration stehen industrielle Prozessschnittstellen mit Analogausgängen und Alarmrelais zur Verfügung. Dadurch können Temperaturüberschreitungen an die Maschinensteuerung gemeldet oder dem Bedienpersonal angezeigt werden. Die Auswahl geeigneter Objektive ermöglicht eine Anpassung des Messfeldes an unterschiedliche Werkstückgrößen und Einbaupositionen.

 

Infrarot-Temperaturmessung reduziert Ausschuss und schützt empfindliche Werkstücke

Der Einsatz von Optris Wärmebildkameras verbessert die Transparenz und Kontrollierbarkeit thermischer Metallbeschichtungsprozesse. Bereits während der Testmessung zeigt die Infrarot-Wärmebildgebung, wie sich die Temperatur auf der Werkstückoberfläche entwickelt und wie schnell lokale Temperaturanstiege bei Prozessabweichungen auftreten. Die flächige Darstellung ermöglicht es, die Bewegung des Spritzstrahls und die thermische Belastung des rotierenden Bauteils gleichzeitig zu beurteilen. Dadurch lassen sich Störungen der Werkstückrotation, Stillstände der Spritzdüse oder Unregelmäßigkeiten der Materialzufuhr anhand charakteristischer Temperaturveränderungen erkennen.

Ein wesentlicher Vorteil besteht in der frühzeitigen Identifikation kritischer Prozesszustände. Überschreitet die Werkstücktemperatur einen festgelegten Grenzwert, kann das Bedienpersonal eingreifen oder eine entsprechend integrierte Maschinensteuerung reagieren. Dies reduziert das Risiko thermischer Schäden, ungleichmäßiger Beschichtungen und daraus resultierender Ausschussware. Gleichzeitig liefern die Temperaturdaten eine Grundlage, um die Rotationsgeschwindigkeit und die Bewegung der Spritzdüse an unterschiedliche Werkstoffe und Beschichtungsmaterialien anzupassen. Damit unterstützt die Infrarot-Temperaturmessung eine gleichbleibende Produktqualität und einen wirtschaftlicheren Materialeinsatz.
Optris bietet hierfür unterschiedliche Wärmebildkameras, die sich hinsichtlich Auflösung, thermischer Empfindlichkeit und Bildfrequenz an die jeweilige Anwendung anpassen lassen. Die kompakte Bauform der PI-Serie erleichtert die Integration in geschlossene Beschichtungsanlagen. Austauschbare Objektive, die lizenzfreie Analysesoftware PIX Connect und industrielle Prozessschnittstellen ermöglichen sowohl eine flexible Prozessanalyse als auch eine kontinuierliche Temperaturüberwachung.

Für eine weitergehende Optimierung lassen sich zusätzliche Systemkomponenten integrieren. Ein industrielles Prozessinterface ermöglicht die Ausgabe von Alarmsignalen an übergeordnete Steuerungen. Ein USB Server Gigabit 2.0 unterstützt die netzwerkbasierte Anbindung der Infrarotkamera, während eine PI NetBox eine eigenständige Auswertung ohne permanent angeschlossenen Standard-PC ermöglicht. Bei erhöhten Umgebungstemperaturen oder stärkerer Partikelbelastung können geeignete Schutzgehäuse, Luftspülsysteme und temperaturbeständige Anschlussleitungen die Betriebssicherheit zusätzlich verbessern. Damit bietet Optris eine skalierbare Lösung für die langfristige Qualitätssicherung industrieller Beschichtungsprozesse.

 

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