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Schäden an Schlackekübeln frühzeitig durch Wärmebildgebung erkennen

Wärmebildkameras überwachen die Außenflächen von Schlackekübeln und ermöglichen automatisierte Warnmeldungen bei thermischen Auffälligkeiten

Herausforderung

Beim Schlackeabstich werden Schlackekübel mit bis zu 1.300 °C heißer Schlacke befüllt. Beschädigungen der Feuerfestauskleidung können zu kritischen Temperaturanstiegen an der Außenwand und im Schlimmsten Fall zu einem Durchbruch des Kessels führen. Ohne kontinuierliche Temperaturüberwachung bleiben solche Schäden möglicherweise unentdeckt und gefährden die Sicherheit beim anschließenden Transport.

Lösung

Die berührungslose Infrarot-Temperaturmessung überwacht die Außenflächen der Schlackekübel während des Abstichvorgangs. Optris-Wärmebildkameras erkennen lokale Temperaturanstiege und lösen bei Überschreitung definierter Grenzwerte automatisch einen Alarm aus. Dadurch lassen sich gefährdete Behälter frühzeitig identifizieren, der Abstichprozess unterbrechen und kritische Transporte vermeiden.

Vorteile

  • Frühzeitige Erkennung thermischer Auffälligkeiten reduziert das Risiko schwerwiegender Schäden an Schlackekübeln und Transportfahrzeugen.
  • Automatische Alarmmeldungen ermöglichen rechtzeitige Eingriffe und erhöhen die Sicherheit beim Schlackeabstich.
  • Berührungslose Temperaturüberwachung minimiert die Gefährdung des Personals in heißen Prozessbereichen.
  • Gezielte Identifikation beschädigter Feuerfestauskleidungen unterstützt eine effiziente und bedarfsgerechte Instandhaltung der Schlackekübel.
  • Frühzeitige Schadensidentifikation verhindert potenziell kostspielige Transportunfälle und reduziert ungeplante Anlagenstillstände

Thermische Belastungen und Risiken beim Transport heißer Schlacke

Bei der Eisen- und Stahlherstellung entstehen große Mengen heißer Schlacke, die während des Schlackeabstichs in spezielle Schlackekübel abgeführt werden. Die Temperaturen des Materials erreichen dabei etwa 1.300 °C oder mehr. Die Kübel bestehen aus einer robusten metallischen Außenkonstruktion und einer hitzebeständigen Innenauskleidung aus Schamottsteinen. Diese Feuerfestauskleidung schützt die Behälterwand vor der unmittelbaren thermischen Belastung und ermöglicht den sicheren Umgang mit der heißen Schlacke.

Im industriellen Abgussverfahren werden die Schlackekübel an einer definierten Abstichposition befüllt. Anschließend nehmen spezielle Transportfahrzeuge die Behälter auf und bringen sie mit geringer Geschwindigkeit zu einem Entleerplatz. Dort wird die Schlacke für die weitere Verarbeitung bereitgestellt, beispielsweise als Ausgangsmaterial für die Zement- oder Asphaltindustrie. Entscheidend für einen sicheren Ablauf ist der einwandfreie Zustand der Feuerfestauskleidung.

Durch wiederholte thermische Belastungen können Schamottsteine beschädigt werden oder Risse entstehen. Gelangt heiße Schlacke infolge solcher Schäden näher an die metallische Außenwand, erhöht sich deren Oberflächentemperatur deutlich. Während die Außentemperatur eines intakten Schlackekübels im beschriebenen Prozess typischerweise zwischen 420 und 480 °C liegt, können bei beschädigter Auskleidung Temperaturen von über 600 °C auftreten. Im schlimmsten Fall versagt die Behälterkonstruktion während des Transports, wodurch erhebliche Sachschäden und Gefährdungen für das Personal entstehen.

Konventionelle Wartungsintervalle allein erfassen solche unvorhergesehenen Schäden nicht zuverlässig. Deshalb ist eine zusätzliche Zustandsüberwachung unmittelbar beim Schlackeabstich sinnvoll. Die berührungslose Infrarot-Temperaturmessung ermöglicht es, thermische Auffälligkeiten an der Kübelaußenfläche frühzeitig zu identifizieren, ohne Personal dem unmittelbaren Gefahrenbereich auszusetzen. Im Gegensatz zu einem punktuell messenden Pyrometer erfasst eine Wärmebildkamera größere Oberflächenbereiche gleichzeitig. Dadurch lassen sich lokale Temperaturanstiege sichtbar machen und kritische Schlackekübel vor dem anschließenden Transport gezielt überprüfen. Die thermografische Kontrolle ergänzt damit die regelmäßige Instandhaltung um eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme. Sie schafft eine objektive Entscheidungsgrundlage für die Freigabe der Behälter und unterstützt einen sicheren, kontrollierten Betriebsablauf unter anspruchsvollen industriellen Bedingungen.

Thermografische Prozessüberwachung mit automatisierter Alarmfunktion

Für die zuverlässige Überwachung der Schlackekübel bietet Optris hochauflösende, langwellige Infrarotkameras wie die PI 640i und Xi 640. Beide Wärmebildkameras arbeiten im Spektralbereich von 8 bis 14 µm und verfügen über eine optische Auflösung von 640 × 480 Pixeln. Damit ermöglichen sie eine detaillierte Wärmebildgebung der stark beanspruchten, oxidierten beziehungsweise erodierten Metalloberflächen. Die Temperaturmessung erfolgt berührungslos aus sicherer Entfernung und lässt sich unmittelbar in die industrielle Prozessüberwachung integrieren.

Im beschriebenen Anwendungsfall befindet sich die IR-Kamera auf einer fest installierten Halterung etwa 25 Meter vom Schlackeabstich entfernt. Ein geeignetes Teleobjektiv stellt sicher, dass die relevante Kübeloberfläche ausreichend detailliert erfasst wird. Die Optris PI 640i bietet hierfür unterschiedliche-Optiken an, eine thermische Empfindlichkeit von 40 mK und eine Bildfrequenz von 32 Hz. Alternativ eignet sich die kompakte Xi 640 mit motorisiertem Fokus, einer thermischen Empfindlichkeit von 80 mK und ebenfalls 32 Hz Bildfrequenz. Beide Infrarot-Bildgebungsgeräte erfassen im entsprechenden Messbereich Temperaturen bis 900 °C; die PI 640i bietet optional einen Messbereich bis 1.500 °C.

Die Auswertung erfolgt über die Software Optris PIX Connect. Mehrere definierte Messfelder überwachen die Oberflächentemperatur des Schlackekübels. Erreicht ein Messpunkt den anwendungsspezifischen Grenzwert von 600 °C, wird automatisch ein Alarm ausgelöst. Über die Prozessschnittstelle gelangt das Signal an die Anlagensteuerung, die den Schlackeabstich unterbricht und die zuständige Leitstelle informiert. Ein lokaler Rechner ermöglicht die Verarbeitung der Wärmebilder und den Fernzugriff aus einer etwa 400 Meter entfernten Leitwarte.

Zum Schutz vor mechanischen Einwirkungen und möglichem Schlackespritzern befindet sich die Kamera in einem geeigneten optris Schutzgehäuse. Die freie Sicht auf den Kübel ermöglicht eine direkte Infrarot-Temperaturmessung ohne zusätzliche Transmissionskorrektur durch Schutzfenster. Durch die Kombination aus hochauflösender Wärmebildkamera, automatisierter Messfeldauswertung und industrieller Signalanbindung entsteht eine kontinuierliche thermografische Überwachung während des Befüllvorgangs. Die Lösung lässt sich an unterschiedliche Anlagenlayouts und Sicherheitsanforderungen anpassen.

 

Höhere Prozesssicherheit durch frühzeitige Erkennung thermischer Schäden

Die automatisierte Temperaturüberwachung mit Optris-Infrarotkameras verbessert die Betriebssicherheit beim Schlackeabstich und reduziert das Risiko, beschädigte Schlackekübel für den Transport freizugeben. Kritische Temperaturanstiege werden unmittelbar während des Befüllvorgangs erkannt und an die Anlagensteuerung gemeldet. Dadurch können betroffene Behälter gezielt überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden, bevor sie den Abstichbereich verlassen.

Im beschriebenen Anwendungsfall erkennt die Wärmebildkamera einen sicherheitsrelevanten Temperaturanstieg zuverlässig und löst die vorgesehene Alarmmeldung aus. Die Lösung befindet sich weiterhin im industriellen Einsatz und unterstützt den Betreiber bei der Zustandsbewertung seiner Schlackekübel. Angesichts der hohen Investitionskosten für Spezialfahrzeuge und Behälter trägt bereits die Vermeidung eines schwerwiegenden Schadens wesentlich zur Wirtschaftlichkeit bei. Gleichzeitig ergänzt die Infrarot-Temperaturmessung bestehende Wartungspläne durch aktuelle Informationen zum thermischen Zustand der Behälter.

Ein wesentlicher Vorteil der Optris-Lösung liegt in ihrer flexiblen Skalierbarkeit. Während eine einzelne IR-Kamera eine definierte Kübelseite überwacht, ermöglichen drei strategisch positionierte Wärmebildkameras eine nahezu vollständige Erfassung der Außenfläche. Über Optris PIX Connect lassen sich die Wärmebilder gemeinsam darstellen oder separat auswerten. Die hohe räumliche Auflösung der PI 640i und Xi 640 erleichtert zudem die Lokalisierung einzelner Hotspots und unterstützt die gezielte Instandsetzung beschädigter Feuerfestauskleidungen.

Weitere Optimierungsmöglichkeiten ergeben sich durch industrielles Zubehör von Optris. Für die PI 640i ermöglicht ein industrielles Prozessinterface zusätzliche Alarm- und Relaisausgänge sowie eine Überwachung der Systemverbindungen. Eine PI NetBox unterstützt den eigenständigen Betrieb und den Fernzugriff. Bei der Xi 640 lassen sich ein Wasserkühlgehäuse, eine Luftspüleinheit oder ein mechanischer Schutzverschluss einsetzen, um die Wärmebildkamera vor hohen Umgebungstemperaturen und Verschmutzungen zu schützen. Ein USB Server Gigabit 2.0 vereinfacht außerdem die Netzwerkanbindung.

Die Kombination aus präziser Wärmebildgebung, flexibler Prozessintegration und anwendungsspezifischem Zubehör macht Optris zu einem geeigneten Partner für die zuverlässige Temperaturüberwachung in der Stahlindustrie.

 

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